Samstag, 16. 03. 2018, 19.30 Uhr
Congress Casino Baden

Mit Werken von: Leonard Bernstein, John Towner Williams, George Gershwin

Klavier: Bernhard Capek
Philharmonisches Orchester Györ
Dirigent: Norbert Pfafflmeyer

Ticketservice Congress Casino Baden
Internet: www.ccb.at

E-Mail: tickets.ccb@casinos.at

Telefon: 02252 – 444 96 444

Direkt: Mo – Sa: 13.00 – 19.00 Uhr; So: 13.00 – 18.00 Uhr; an Veranstaltungstagen ist die Abendkassa bis 20.00 Uhr geöffnet.
Restkarten an der Abendkasse.
Congress Casino Baden; Kaiser Franz Ring 1; 2500 Baden

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Ein Amerikanischer Abend

George Gershwin

Die Eltern von George Gershwin, Moshe (später Morris) Gershovitz und Rosa Brushkin waren von St. Petersburg nach Amerika ausgewandert und hatten vier Kinder. George wurde als zweiter Sohn nach Ira (eigentlich Israel) am 26. September 1898 geboren. Sein Vater hatte sich in New Yorks Lower East Side, dem Stadtteil in dem die meisten jüdischen Einwanderer aus Osteuropa wohnten, niedergelassen. In Amerika hatte er den Familiennamen auf Gershwine geändert und versuchte sich in den verschiedensten Berufen, wobei jeder Berufswechsel auch einen Wohnsitzwechsel nach sich zog. Obzwar die Familie nicht gerade in Armut lebte, wuchs George als Straßenjunge auf, schwänzte die Schule, raufte und beging auch kleine Diebstähle, mit Musik kam er nur durch Zufall in Berührung: Ein Schulfreund lernte Geige und George hörte seinen Vortrag der Humoreske von Dvorak durch ein Fenster und empfand dieses Erlebnis als „a flashing revelation of beauty“.


Als seine Eltern 1910 für Ira ein Klavier anschafften, erwies sich, daß sich George auf dem mechanischen Klavier eines Schulkollegen schon selbst das Klavierspielen beigebracht hatte, und er bekam den für Ira vorgesehen gewesenen Klavierunterricht. Der Klavierlehrer Charles Hambitzer erkannte sehr schnell das unglaubliche Talent des Knaben und bestand auf einer soliden Grundlage, so erlernte er Bach, Beethoven, Liszt, Chopin, Debussy und Ravel. Theorieunterricht erhielt er von dem Komponisten und Dirigenten Edward Kilenyi, einem Schüler Pietro Mascagnis. Zu ihm sollte Gershwin 1929, als er begann eigene Werke zu dirigieren, auch gehen , um sich handwerkliche Ratschläge zu holen. In der Zeit seines Unterrichtes bei Hambichler lernte Gershwin die Musik eines Irving Berlin und Jerome Kern kennen, diese beiden Komponisten sollten seine Vorbilder werden. 1914 nahm er bei dem Popularmusikverlag Remick die Stelle eines Demonstrationspianisten an und spielte ab 1915 Rollen für mechanische Klaviere ein, eine Tätigkeit, die er bis 1927 fortsetzte und etwa 130 Rollen bespielte.

Im Jahre 1915 änderte George auch die Schreibweise seines Namens auf Gershwin, seine Eltern und Geschwister schlossen sich ihm an. 1917 wurde er Probenpianist bei der Broadway-Revue „Miss 1917“. 1918 holte ihn Max Dreyfus als Komponist von Songs an den Verlag Harms. Hier erwarb er sich sehr schnell große Erfolge teilweise bereits mit Texten seines Bruders Ira, mit dem er später fast ausschließlich zusammenarbeiten sollte. Gershwins erstes Broadway-Musical brachte es 1920 auf immerhin 104 Vorstellungen. Paul Whiteman, Leiter einer Band (mehr Tanzmusikorchester als Jazzband), beauftragte Gershwin mit der Rhapsodie in Blue und verhalf ihm damit zu „my start on the field of serious music“. Nach einer vagen Absprache konnte Gershwin Anfang Jänner in der Zeitung lesen, dass er für das Whiteman-Konzert am 12. Februar „at work on a jazz concerto“ sei. Obwohl er noch an dem Musical „Sweet little devil“ mit für 21. Jänner vorgesehener Première arbeitete, nahm er die Herausforderung an.

Eine Zugfahrt nach Boston inspirierte ihn zu einem Entwurf der Rhapsody in Blue: „I heard it as a sort of musical kaleidoscop of America – of our vast melting pot, of our incomparable national pep, our blues, our metropolitan madness”. Er nannte das Werk erst “American Rhapsodie” sein Bruder Ira regte, einer Mode der Zeit folgend, den Titel “Rhapsodie in Blue” an. Das Klarinetten-Glissando erfand der Klarinettist der Whiteman-Band Ross Gorman. Er spielte die als Lauf komponierte Figur entsprechend. Gershwin behielt diese Spielweise bei. Der Song „Swance“ geriet 1918 zu Gershwins größtem kommerziellen Erfolg, der nur noch später mit dem Erfolg seiner Oper „Porgy and Bess“ verglichen werden kann. Mit den Geschwistern Fred und Adele Astaire reiste er im März 1926 nach Europa und notierte bei einem Abstecher nach Paris einen ersten Einfall zu „Ein Amerikaner in Paris“, ein Werk das er gleich nach der Heimkehr in Amerika vollendete. Das Werk erlebte bei seiner Uraufführung in der Carnegie Hall durch die New Yorker Philharmoniker einen stürmischen Erfolg. 1929 dirigierte Gershwin dieses Werk erstmals selbst im Lewisohn Stadion, in dem jährlich ein Konzert nur mit Werken von Gershwin erklang. Am 16. August 1932 fand in einem dieser All-Gershwin-Konzerte die Uraufführung seines im selben Sommer entstandenen „Rumba“, den er später in „Cuban Ouverture“ umbenannte, statt. Die Idee zu diesem Werk war ihm bei einem Urlaub in Havanna gekommen, die kubanischen Instrumente, die er von Havanna mitgebracht hatte, fanden in dieser „Cuban Ouverture“ Verwendung.

Leonard Bernstein

Kaum ein anderer amerikanischer Musiker hat derartigen Erfolg und Zuspruch in aller Welt, wie der Komponist, Pianist und Dirigent Leonard Bernstein. Man kann ruhig behaupten, Bernstein sei ein musikalisches Universalgenie gewesen. Seine Kompositionen wurden in aller Welt aufgeführt, schon seine erste Symphonie, 1944 uraufgeführt, war ein riesiger Erfolg, über den weltweiten Erfolg seiner „West Side Story“ bedarf es keiner Diskussion und die späten Werke, wie Mass oder Chichester-Psalms sind mehr als bekannt und werden auch jetzt, fast 30 Jahre nach Bernsteins Tod, immer wieder aufgeführt. Bernstein wurde auf allen Kontinenten zu Dirigaten eingeladen und weltweit bewundert. Seine unorthodoxen Dirigierweisen wurden zwar kritisiert, etwa seine Sprünge bei Bruckner oder Mahler, der damit erzielte Effekt gab ihm aber Recht. Viele seiner weltweit ungezählten Konzerte dirigierte er als Solist vom Klavier aus, er begleitete auch etwa Christa Ludwig oder Dietrich Fischer-Dieskau bei Liederabenden, die in die Annalen eingingen. Ganz nebenbei schrieb und dirigierte er zahlreiche Fernsehsendungen, darunter 53 „Young Peoples Concerts“ mit dem New York Philharmonic Orchestra, in denen er dem jungen Publikum die gespielte Musik auch verbal näher brachte und erklärte.

Bernstein, geboren am 25. August 1918 in Lawrence/Massachusets, hatte in Boston die Latin School absolviert und begann 1935 das Studium an der Harvarduniversität und am Curtis Institut of Music. Hier waren Isabella Vengerova (Klavier), Renée Longy (Partiturlesen), Randall Thompson (Orchestration) und Fritz Reiner (Dirigieren) seine Lehrer. Sommerkurse bei vertreter Kusevickijs in Tanglewood und 1943 Stellvertreter von Arthur Rodzinski beim New York Philharmonic Orchestra. Bis 1945 war er als Gastdirigent mit fast jedem größeren Orchester der USA aufgetreten, im Oktober 1945 wurde er Dirigent des New York City Symphony Orchestra. 1947 gab er sein Israel-Debut und den Höhepunkt seiner frühen Karriere bildete 1958 die Ernennung zum Generalmusikdirektor des New York Philharmonic Orchestra als erster und jüngster Amerikaner.

Bernsteins überschwenglich leidenschaftlicher Dirigierstil wurde weltweit bewundert und war bestens geeignet für hochdramatische, dynamische Musik und sein grenzenloses Repertoire der gesamten klassischen Instrumentalmusik bis zu den Zeitgenossen, wie Schostakowitsch oder Ligeti, mit besonderer Betonung des 19. und 20. Jahrhunderts schien grenzenlos. Besondere Affinität verband ihn mit dem Werk Gustav Mahlers, das er in zahlreichen Konzerten darbot und in unvergleichlichen Tondokumenten einspielte. Dennoch blieb er bescheiden und fragte die Wiener Philharmoniker bei einer Probe des „Rosenkavaliers“, wie sie denn in Wien den Walzer im 3. Akt spielen , wie er ihn dirigieren solle. Seine spätere Karriere war ein Eilen von einem Höhepunkt zum nächsten rund um den Erdball. Er war einer der weltweit begehrtesten Künstler und dirigierte bei den größten Events. So dirigierte er bei den Amtsantrittsgalas von John F.Kennedy und Jimmy Carter, bei der Feier zu Toscaninis 100. Geburtstag in Florenz, bei der Zentenarfeier der Wiener Staatsoper, 1969, dirigierte er Beethovens „Missa solemnis“ mit Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Waldemar Kmentt und Walter Berry, dem Staatsopernchor und den Wiener Philharmonikern. Am 17. Mai 1969 leitete er „seine“ New Yorker Phillharmoniker letztmalig als Chefdirigent, er hatte sie in 939 Konzerten geführt. Im Dezember 1989 dirigierte er in Berlin die 9.Symphonie Beethovens zur Feier der Maueröffnung. Er starb am 14. Oktober 1990 in seinem Haus in New York.
Seine drei Tanzepisoden aus „On the town“ stammen aus der gleichnamigen Musical Comedy (Buch und Gesangstexte von Betty Comden und Adolph Green), die Bernstein 1944 in Boston herausbrachte.

John Towner Williams

„Star Wars“ – wer hat diese zündende Musik nicht im Ohr, wenn sie im Fernsehen diese beliebte Fernsehserie ankündigte? Jung und Alt saßen gespannt vor dem Fernseher und verfolgten die Abenteuer ihrer Lieblinge.Wer machte sich bei all der Spannung Gedanken über die Musik, die bei diesen Abenteuern erklang? Nun, auch diese Musik hatte einen Komponisten und zwar einen der Besten seines Faches: John Towner Williams, der am 8. Februar 1932 in New York das Licht der Welt erblickt hatte. Der Sohn eines Jazzmusikers erhielt bereits mit 8 Jahren Klavierunterricht. 1948 zog die Familie nach Los Angeles, wo John bei dem bekannten Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco Kompositionsunterricht erhielt. Nach dreijährigem Militärdienst als Dirigent und Arrangeur bei der US Air Force Band kehrte Williams nach New York zurück und studierte bei Rosina Lhévinne Klavier an der Juillard-School. 1956 wurde er Studiopianist in Hollywood und arbeitete mit den Filmkomponisten B. Herrmann, Alfred Newman und Fr. Waxmann zusammen. 1961 begann er selbst die Musik für zahlreiche Fernsehproduktionen zu komponieren und erhielt in drei Jahren zwei Emmy’s dafür. Seit seinem Filmdebut 1962 mit der Musik zu „Diamond Head“ hat Williams schon etwa hundert Filmmusiken komponiert und erhielt dafür u.a. fünf Oscars verliehen, darunter viermal für die beste Filmmusik: 1975 Jaws, 1977 Star Wars, 1982 E.T. – The Extra Terrestrial, und 1995 Schindlers List. Williams komponiert fast alle Filme von Stephen Spielberg und erhielt seinen 5. Oscar für die Film-Adaption des Musicals „Anatevka“.

Williams schrieb neben seiner Filmtätigkeit Fanfaren für vier olympische Spiele, eine Symphonie und ein Cellokonzert. Darüber hinaus war er von 1980 bis 1993 Leiter des Boston Pop Orchestras, mit dem er Tourneen unternahm und CD’s aufnahm. Als Gastdirigent wirkte er in Amerika und Europa mit diversen Orchestern. Ab Mitte der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts galt Williams als führender Filmkomponist. Dank seiner akademischen Ausbidung zeigt er sich der spätromantischen Tradition verpflichtet, er orientierte sich an Korngold, Newton, Rozsa oder Steiner. Unüberhörbar ist bei ihm auch ein Hang zu Wagners Leitmotivtechnik für seine Protagonisten.

Die Suite „Star Wars“ wird bei den Zuhörern viele Erinnerungen wecken und wie ein Kaleidoskop der verschiedenen Star-War-Episoden wirken.


Dr. Alfred Willander